Stellungnahme des AStA der Ev. Hochschule Hamburg zu der Diskussion um T.Kunstreichs "Grundkurs Soziale Arbeit Bd.2"

STELLUNGNAHME DES ASTA DER HOCHSCHULE FÜR SOZIALE ARBEIT & DIAKONIE DES RAUHEN HAUSES ZU:

„STALINS VERMÄCHTNIS IM HERZEN“ (FAZ 21.04.2012) 
„DDR-PÄDAGOGIK IN EINEM LEHRBUCH PROPAGIERT“ (WELT ONLINE 07.05.2012) 
„PERSONALIEN: EBERHARDT MANNSCHATZ“ (SPIEGEL 14/2012)“

Als Reaktion auf die oben genannten Texte wollen wir als Vertretung der Studierenden der Evangelischen Hochschule des Rauhen Hauses unsere Position darstellen. Für Aufregung gesorgt hat ein von Eberhardt Mannschatz geschriebener Artikel über die Jugendhilfe in der DDR, der 1995 in Timm Kunstreichs Buch „Grundkurs Soziale Arbeit - Sieben Blicke auf Geschichte und Gegenwart Sozialer Arbeit“ veröffentlicht wurde. Eberhardt Mannschatz war in seiner früheren Funktion als Abteilungsleiter für Jugendhilfe im Ministerium für Volksbildung auch für das berüchtigte Heim im sächsischen Torgau mitverantwortlich.

 

Einer der Schwerpunkte der evangelischen Hochschule des Rauhen Hauses ist es, sich besonders kritisch mit der geschlossenen Unterbringung von Jugendlichen auseinanderzusetzen, nicht zuletzt wegen der Entstehungsgeschichte des Rauhen Hauses. Timm Kunstreich haben wir als Studierende stets als entschiedensten Gegner der geschlossenen Unterbringung erlebt und die damit verbundenen Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen zu relativieren ist für uns mit seiner differenzierten Art zu unterrichten nicht in Einklang zu bringen.

Wir halten es für gewinnbringend, sich kritisch mit Texten auseinanderzusetzen, selbst wenn man die darin vertretenen Ansichten oder die Haltung der Autor_innen nicht teilt. Wir wollen hier das von Frau Zupke erfahrene Leid anerkennen, die Geschehnisse in sogenannten Erziehungseinrichtungen keinesfalls herunterspielen und uns ebenfalls als Gegner geschlossener Unterbringung positionieren. Wir möchten uns als Studierende, die wir uns als Teil der Hochschule sehen, aber gegen die Kritik wie in der „Welt“ geäußert, stellen. Timm Kunstreich wird dort zutreffenderweise als „Begründer einer sozialistischen Zeitschrift“ betitelt. Doch führt dieser in der Diskussion um die Person Mannschatz irrelevante Fakt zu einer von den Journalisten beabsichtigten Verknüpfung des Dozenten Kunstreich und der Hochschule des Rauhen Hauses mit einer verherrlichenden, unreflektierten Sicht auf die DDR-Pädagogik, die schlichtweg falsch ist.

Eine polemische Kritik, wie z.B. im Artikel der „Welt Online“ geäußert, zeugt von fehlender Reflexion und instrumentalisiert das Leid Frau Zupkes für einen Angriff auf die kritische Lehre und Forschung an unserer Hochschule.

AStA der Evangelischen Hochschule Hamburg, am 10.05.12

 

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