Erklärung zur Haasenburgdebatte

Haasenburg Gmbh - und der eigentliche Skandal

Auf einmal schreien alle wieder auf –
die Verhältnisse, in denen Kinder und Jugendliche in Geschlossener Unterbringung leben müssen, sind skandalös.

Richtig. Die Fälle sind erschütternd.
Unsere Solidarität gilt den (Ex-)Insassen dieser Einrichtungen.

In den Medien dieser Tage wird über die Vergangenheit diskutiert, die aufgearbeitet werden müsse. Ja, Heimerziehung in BRD und DDR gehört aufgearbeitet, die Betroffenen entschädigt.

Weiter soll die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen in den Heimen der Haasenburg untersucht werden. Richtig!

Doch was ist die Konsequenz? Ein bisschen menschenwürdiges Einschliessen? Auch mal Weinen dürfen? Ein Klo auf dem Zimmer, damit man nachts nicht in die Ecke urinieren muss, wie Julia (taz, 20.06.13)?

Was für ein Zynismus gegenüber den ehemaligen Insassen, wenn heute immer noch Menschen eingeschlossen werden zum Zwecke der Erziehung!

Was nützt es den Menschen, die heute eingeschlossen sind, dass die Stadt Hamburg keine Kinder und Jugendlichen vorerst einweisen möchte?

Welche Zukunft haben die 'Unerziehbaren' von morgen, wenn heute schon in Hochschulen und der Öffentlichkeit diskutiert wird, wie man konfrontativ und mit Zwang Pädagogik einsetzt, um auch alle dort abzuholen, wo sie stehen?

Es gibt nur einen vernünftigen Umgang mit Geschlossener Unterbringung:
Ihre endgültige Abschaffung! Sie ist der Skandal!

Wir erklären uns hiermit auch solidarisch mit Michael Lindenberg und seiner Entscheidung, den Vorsitz der Aufsichtskommission niederzulegen sowie mit allen anderen die sich seit Jahren gegen Geschlossene Unterbringung einsetzen

Das Einschliessen von Menschen ist nicht reformierbar!

Erziehung und Zwang sind unvereinbare Gegensätze. Kinder und Jugendliche sind Subjekte ihres Lebens und nicht Objekte der vermeintlich wissenschaftlich legitimierten Zwangspädagogik.

Wir fordern:

Abschaffung aller Geschlossenen Heime!
Boykott von Zwangskonzeptionen durch die Fachkräfte!
Schaffung von adäquaten Angeboten!
Für eine Soziale Arbeit, die aufsteht gegen ihre Vereinnahmung durch sicherheitspolitische Diskurse!
Mit den Worten eines Betroffenen:
„Scheiß Haasenburg, ich will hier raus.“

AStA Rauhes Haus, Juni 2013

 


https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-das-recht-in-freiheit-erzogen-zu-werden-abschaffung-der-geschlossenen-unterbringung

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Kommentare: 2
  • #1

    Kendal Cuthbert (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:46)


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  • #2

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